Die fortschreitende Dekarbonisierung des Energiesystems erhöht die Stromnachfrage, beispielsweise durch den vermehrten Einsatz von Elektroautos und Wärmepumpen. Zudem führt der rasche Ausbau von Photovoltaikanlagen zu einer zunehmend dezentralen und variablen Stromerzeugung. Diese Entwicklungen stellen das Stromnetz vor grosse Herausforderungen, da sowohl die Menge als auch die Variabilität der Stromflüsse zunehmen. Insbesondere in Zeiten hoher Netzauslastung – den sogenannten Lastspitzen – steigt das Risiko von Netzengpässen. Um die Kosten des erforderlichen Netzausbaus zu reduzieren, können Verteilnetzbetreiber die vorhandenen Netzkapazitäten effizienter nutzen.
Lastspitzen können reduziert werden, indem netzdienliches Verhalten seitens der Endkundinnen und Endkunden gefördert wird. Dazu werden sowohl Ansätze der direkten als auch der indirekten Laststeuerung eingesetzt (VSE, 2024).
Bei der direkten Laststeuerung steuert der Netzbetreiber flexible Lasten der Endkundinnen und Endkunden direkt. Bei der indirekten Laststeuerung passen Endkundinnen und Endkunden ihren Verbrauch freiwillig an als Reaktion auf Anreize durch die Netzbetreiber. Hierzu werden beispielsweise dynamische Netznutzungstarife eingesetzt, welche flexible Tarifstrukturen enthalten, die sich in kurzen Intervallen (z.B. alle 15 Minuten) an die aktuellen oder prognostizierten Gegebenheiten im Stromnetz anpassen. Damit bieten sie den Verbrauchern Anreize, Strom in Zeiten niedriger Netzbelastung zu nutzen, womit der Stromverbrauch geglättet und die Notwendigkeit für kostspielige Netzausbauten reduziert werden kann.